21.07.2020

Costa Rica

> Pura Vida - Direkt zur Costa-Rica Photoreportage

Vieles ist erstaunlich an diesem Land in Mittelamerika. Angefangen damit, dass kein Militär gibt. Nicht nur in Lateinamerika ist das außergewöhnlich, hier aber besonders. Liegt doch in Lateinamerika die Assoziation Militär und Diktatur besonders nahe. Zudem besitzt Costa Rica eine stabile Demokratie, und Reisende können sich aufgrund der herrschenden Verhältnisse in den meisten Regionen recht sicher fühlen.
25% der Fläche des Landes stehen unter Naturschutz. Auch das ist in Süd- und Mittelamerika und auch sonstwo auf der Welt keine Selbstverständlichkeit. In den Tropen und Subtropen muss die oft noch intakte Natur immer mehr der Landwirtschaft und dem Mensch weichen, sofern sie nicht unwirtlich oder anderweitig wirtschaftlich nicht ausbeutbar ist. Anders hingegen in Costa Rica. Hier wurden sogar Flächen der Landwirtschaft entrissen, sodaß heute, wo dereinst Plantagen waren, sich wieder Regenwald, teilweise sogar wieder Primärwald findet.

Das Land hat sich, neben der immer noch vorhandenen Landwirtschaft, vollkommen dem Tourismus verschrieben. Dabei ist es Costa Rica weitgehend gelungen, eine Ökotourismus-Infrastruktur fernab jeglichen pauschalen Massentourismus zu etablieren. Es gibt, soweit wir gesehen haben, keine oder kaum Tourismuszentren, welche von riesigen Hotelburgen dominiert werden. Es gibt viele kleine Hotels, und die naturnahen Tourismusaktivitäten sind zuverlässig organisiert.

[In der Blog-Übersicht wird hier ein Weiterlesen-Link angezeigt]

Das geht so weit, dass am Ende unserer Rundreise keine All-Inclusive Angebot zu Ausklang finden konnten. Ein kleiner Makel, über den wir gerne und großzügig hinweggesehen haben.

Dabei sind die Vorausetzungen in Costa Rica für einen interessanten Ökotourismus ideal: Es gibt zwei vom Charakter unterschiedliche Küsten (Karibik- und Pazifikküste), es gibt unterschiedliche Klimazonen mit jeweils eigener Charakteristik, unterschiedlichste geschützte Ökosysteme, intakte Wälder und riesige unberührte Strände. Beste Randbedingungen für eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren innerhalb eines vergleichsweise kleinen Landes mit verhältnismäßig kurzen Entfernungen.

Aufgrund der Spezialisierung auf Öko- und Aktivtouristik ist Costa Rica alles andere als ein preiswertes Ziel. Die Charakterisierung Costa Ricas als Die Schweiz Mittelamerikas ist sehr zutreffend. Die Restaurant- und Hotelpreise haben nahezu heimisches Niveau, Mietwagen oder schnelle Busverbindungen reissen tiefe Löcher in die Reisekasse und auch der Zutritt zu Naturparks kann sehr kostenintensiv sein, wenn der oft obligatorische Fremdenführer dabei ist. Nichtsdestotrotz, meistens ist das Erlebnis das Geld wert.
Natürlich ist es auch möglich, preiswert durch das Land zu reisen. Isst man nur in preiswerten Sodas (kleine Restaurants) oder kocht selber, bewegt sich nur mit öffentlichen Bussen, mit denen die Bevölkerung unterwegs ist, schläft nur in sehr preiswerten, für Rucksacktouristen ausgelegten Unterkünften, kann man viel Geld sparen. Dies geht jedoch in der Regel mit erheblichen Einschränkungen beim Comfort einher, wenn man zum Beispiel mit Gepäck beim Umsteigen von einer Buslinie in die andere mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegen muss (Taxis in Costa Rica sind ebenfalls nicht billig).

Noch ein paar Anmerkungen zu zur Photo-Ausrüstung: Da Costa Rica auch ein El Dorado für Tierphotografie ist, habe ich diesmal nicht nur die bewährte und robuste Canon EOS 70D und das immer zuverlässige Smartphone Samsung Galaxy S9+ im Gepäck, sondern auch eine Reisesuperzoomcamera vom Typ Panasonic DMC -FZ100. Letztere sollte insbesonder weit enfernte Tiere ins rechte Licht rücken.
Leider habe ich es einmal versäumt, den Akku zu wechseln (ich hatte die Anzeige falsch interpretiert) und so hat mich die Kamera gerade in Corcovado um ein paar gute Motive gebracht. Zudem geht der Superzoom zu Lasten der Bildqualität, sodass die Qualität sogar besser ich, wenn ich bei der Butter- und Brotkamera nicht ganz so nah Zoomen kann und das Motiv herauscroppe (Siehe die beiden Pelikane im Flug oben, mit der EOS eingefangen).

> Pura Vida - Direkt zur Costa-Rica Photoreportage

Die Route

Die Route ergab sich aus folgenden Randbedingungen: Es sollte die Atlantikküste sein (gemäß unserer Recherchen ist die Karibik touristischer bzw. in manchen Regionen für Touristen sogar gefährlich), Corcovado war als herausragendes Ziel gesetzt, und zum Schluß wollten wir uns etwas am Strand auf der Halbinsel Nicoya aufhalten. Warum Nicoya? Auch hier wiederum der Ruf der Halbinsel, der am wenigsen touristische Teil der Pazifikküste darzustellen.Unsere Reise sollte mit öffentlichen Verkehrsmitteln stattfinden, da Mietwagen teuer und die Straßenverhältnisse schlecht sein. Zudem gab es viele Berichte von Rucksackreisenden, welche das effektive öffentliche Transportsystem via Bus sehr empfahlen.

Somit stand die Route fest:

  • Ankunft San José
  • Ein Tag Aufenthalt mit Tour zum Vulkan Irazú (Bus)
  • Von San José nach Uvita (Bus)
  • Von Uvita über Sierpe nach Bahía Drake (Taxi, Boot)
  • Von Drake zur Ranger-Station La Sirena, Corcovado (Boot)
  • Von La Sirena zurück nach Drake (Boot)
  • Von Drake über Sierpe nach La Fortuna (Boot, Bus)
  • Von La Fortuna nach Liberia (Bus)
  • Von Liberia nach Samara (Privattaxi)
  • Von Samara zurück nach San José (Bus)

Fazit der Planung

Die Route war wegen der teilweise großen Entfernungen alles andere als ideal, das eine oder andere ging schief, ohne dass es allerdings größere Probleme gab. Dennoch, mit einem Mietwagen wäre die Tour geschmeidiger und letztendlich preislich vergleichbar gewesen. Aber im Einzelnen:

  • Den Bus zum Vulkan Irazú haben wir verpasst, weil die Rezeption des Hotels unserem Taxifahrer zur Busstation die falsche Station angegeben hatte. Wegen Stau kamen wir dort recht knapp an, und bis wir uns orientiert hatten und die richtige Station, die nicht weit entfernt war, gefunden hatten, war der Bus weg.
    Im Nachhinein war das schon fast ein Glücksfall, denn später haben wir Touristen getroffen, die den Bus nicht verpasst hatten, aber wegen schlechten Wetters den Vulkan auch nicht zu Gesicht bekommen hatten.
  • Die Etappe von Drake nach La Fortuna war zu lang. Wir hatten unterwegs eine sehr lange Umstiegspause, weswegen wir erst nach Einbruch der Nacht in La Fortuna ankamen. Zudem fuhren wir durch sehr beeindruckende Bergpanoramen, natürlich hielt der Bus nicht an, wenn sich besonders spektakuläre Motive anboten. So habe ich keine Bilder von der grandiosen Bergwelt im Landesinneren.
  • Vor Ort ist man vergleichsweise unflexibel ohne eigenes Auto. Allerdings besteht immer die Möglichkeit, einen Mietwagen zu nehmen. Was bei der Füllung der Reisekasse berücksichtigt werden muss.
  • Die Entfernungen in Costa Rica sind nicht überwältigend groß. Unterschätzen darf man dabei nicht, dass die recht gut ausgebauten Überlandstraßen keine Autobahnen sind. 300 km bedeutet in dem Fall nicht 3 h Fahrt, sondern eher 5 h. Dies gilt nicht nur für Reisen im Bus, das gilt ebenso für die Fortbewegung im Mietwagen.

Daher mein Fazit: In Costa Rica unbedingt ein Auto mieten (geländegängig, also mit hoher Bodenfreiheit). Das erleichtert die Reise, spart Zeit, macht unabhängig und ist in Summe nicht viel teuerer als die Touristen-Shuttlebusse. Die normalen Reisebusse der öffentlichen Infrastruktur sind zwar sehr preiswert, aber auch sehr anstrengend, weil langsam (sie halten an jeder Ecke und manchmal auch öfter) und es kann passieren, dass an Umsteigeorten die Haltestelle des nächsten Busses einen Kilometer oder mehr entfernt ist.

> Pura Vida - Costa-Rica Photoreportage