14.04.2018

Nowosibirsk

Ufer des Ob in Nowosibirsk

Im Jahr 1893 wurde in der Nähe des Dorfes Kriwoschtschokowo  der Grundstein für eine Brücke gelegt, über welche die transsibirische Eisenbahn den Fluss Ob (Обь) überqueren sollte.

Dieses Jahr gilt als das Gründungsjahr der russischen Stadt Nowosibirsk (Новосибирск), welche diesen Namen jedoch erst 1926 erhielt. Die kleine Siedlung, welche an der Brücke entstand, wurde zunächst Nowaja Derewnja genannt. Nach mehreren Umbenennungen erhielt die Siedlung erst im Jahr 1926 ihren heutigen Namen Nowosibirsk, welcher übersetzt Neues Sibirien lautet.

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Heute ist das im westsibirischen Tiefland gelegene Nowosibirsk die drittgrößte Stadt Russlands und die größte Stadt Sibiriens. Sie ist die Hauptstadt des sibirischen Föderationskreises.
Die offizielle Statistik zählt im Jahr 2015 ca. 1,5 Mio Einwohner. Angeblich sei jedoch noch ungefähr die gleiche Anzahl nicht-registrierter Bewohner zu addieren, sodass die tatsächliche Größe der Bevölkerung der Stadt nicht genau bekannt sei, jedoch mindestens doppelt so groß wie offiziell angegeben.

Die Bilder entstanden während zweier beruflicher Aufenthalte in den Jahren 2004 und 2005. Sie zeigen die Stadt in ihrer Vielfalt, die Landschaft um den Strom Ob und um den Ob-See sowie das Katun-Tal im Altai-Gebirge.

Leider gibt es hier keine Bilder vom Staudamm und vom Zoo.

Für diese Reise habe ich mir eine Canon Powershot A75 Kompaktkamera gekauft, mit erstaunlichem 3,2 Megapixel-Sensor und 3-fach optischen Zoom. Das war meine erste Digitalkamera, durch welche ich wieder Spaß am Hobby Fotografie fand (welches mir in analogen Zeiten nach anfänglicher Begeisterung dann zu mühselig wurde).

 

Leninmonument vor der Oper von Nowosibirsk

Bilder aus der Stadt

Zu den Bilderalben: City-Impressionen und Mehr Gebäude

Der Gorky-Kulturpalast, eines der vielen Theater der Stadt.

City-Impressionen und mehr Gebäude: Kultur gibt es in Nowosibirsk mehr als genug. Theater, urbane Kunst-Cafés, Museen, Kirchen. Und überall Skulpturen, aller Art, jeder Größe, vom neoklassischen alles-überragenden Meister-Diktaturen-Erfinder Lenin bis zum kleinen Stein in einem unbedeutenden kleinen Park.
Firmensitze von Banken mit in der Sonne funkelnden Glasfassaden, verfallende Mietskasernen, eingestürzte öffentliche Gebäude, majestätische Oper, verwunschene Datschen mit verwildertem Garten, historische Holzhäuser in typisch slawischer Anmutung, riesige Markthallen: Die Eindrücke sind vielfältig.

Der Fluss Ob und der Ob-See

Zum Bilderalbum: >> Der Ob und der Ob-See

Ufer des Ob-Sees.

Der Fluss Ob steht auf Rang sechs der längsten Flüsse der Erde und ist der drittlängste Asiens. Für Nowosibirsk ist er von großer Bedeutung:

  • Die Brücke über den Fluss bildete die Keimzelle für die Entstehung der Stadt.
  • Nowosibirsk wird durch den Ob mit Strom versorgt.
  • Der Fluss ist ein bedeutender Verkehrsweg für die Stadt.
  • Der Ob-See (Stausee) und die Flussufer bilden das Naherholungsgebiet für die Stadt.
  • Während des Winters werden viele abgelegene Dörfer über den zugefrorenen Fluss versorgt, da sie von der Infrastruktur abgeschnitten sind.

Das Umland von Nowosibirsk ist sehr ...flach... . Das gilt auch für die Ufer des Ob-Sees, an dem einige der Bilder auf zwei unterschiedlichen Touren entstanden sind.  Wo genau, das weiß ich heute nicht mehr.

Altai-Gebirge

Zum Bilderalbum: Zum Katun-Tal im Altai-Gebirge

Dorf im Katun-Tal des russischen Altai-Gebirges.

Das Altai-Gebirge (russisch Алтай; uigurisch Altay) ist ein bis zu 4500m hohes Gebirge im Grenzgebiet von Russland, Kasachstan, der Mongolei und China. Hier hat der Fluss Ob seinen Ursprung. Im Altai-Gebirge leben viele Mongolen bzw. Uiguren, welche von der höher gebildeten und wirtschaftlich erfolgreicheren russischen Bevölkerung nicht geschätzt werden. Sie gelten als ungebildet, wenig arbeitsam, man wirft ihnen Faulheit und Alkoholismus vor. Fakt ist, dass die Urbevökerung im Altai-Gebirge sehr arm ist.

Popularität erlangte das landschaftlich schöne und meteorologisch anspruchsvolle Gebirge (arides Klima mit kurzen, heißen Sommern und harten, kalten Wintern) durch die Funde alter Menschenknochen in der Denisova-Höhle (Denisova-Menschen), welche von Forschern des Naturkundemuseums Nowosibirsk ausgegraben wurden.

Interessant ist dieser Fund hinsichtlich der Theorie eines Genflusses vom Homo Neandertalensis zum Homo Sapiens. Das Altai-Gebirge gilt dabei als einer der Orte des Zusammentreffens (vorher war man sich unsicher, ob sich der moderne Mensch und der Neandertaler überhaupt jemals begegnet sind).

Die Bilder zeigen Teile des Tals des Katun (russisch Катунь), dem größeren der beiden Quellflüsse des Ob, die meisten in der Nähe des Dörfchens Tschemal.